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1. April 2016;

Es konnten gleich zwei wichtige Meilensteine der Inbetriebnahme der IRS-eigenen Bodenstation erreicht werden.

Der erste erfolgreich abgeschlossene Test beschäftigte sich mit der Verbindung des Satelliten in Reinraum und der Antennenstation. Der konkrete Testaufbau ist im folgenden dargestellt:

Eine Durchkontaktierung aus dem Reinraum heraus ermöglicht es, den Satelliten mit einem 30m langen Koaxialkabel mit einer Testantenne auf dem Dach zu verbinden. Als Gegenseite diente die IRS Bodenstation mit der 2,5 m Schüssel und der dazugehörigen Empfangs- und Sendeanlage. Diese Anlge ist wiederum über Glasfaserleitungen mit dem Institutsnetzwerk verbunden, sodass der Satellit aus einem Kontrollraum ferngesteuert werden kann. Insgesamt simuliert dieser Test damit erstens die Signalverteilung, wie sie auch im späteren Betrieb zu erwarten ist. Mithilfe zusätzlicher Dämpfungsglieder war es zudem möglich, die Funksignallevel soweit zu reduzieren, wie sie von Flying Laptop im späteren Orbit zu erwarten wären. Dieser sehr erfolgreiche Test kann somit als eine Art Probelauf der Signalverarbeitung für den späteren Betrieb gesehen werden.

 

Der zweite wichtige Meilenstein beschäftigt sich mit der Ausrichtungskalibrierung der Antennenanlage. Bisher konnten die Absolutwinkelgeber der Antennensteuerung nur grob mithilfe von Testmessungen und anderen terrestrischen Quellen (z.B. UMTS-Funkmasten) kalibriert werden. Um eine höhere Genauigkeit zu erreichen, benötigt man jedoch im Allgemeinen weiter entfernte Signalquellen, deren Position man sehr gut kennen muss. Für die Kalibrierung nutzten wir die Signale zweier geostationärer Satelliten, die im Empfangsbereich unserer Anlage senden. Ein große Schwierigkeit liegt dabei einerseits in dem geringen Empfangssignallevel, welche bei unserem Test im Bereich von ca. -160 .. -170 dBm lagen. Andererseits neigen einige GEO-Satelliten zu einer Verschiebung der Bahn gegenüber der propagierten Position laut NORAD. Daher wurden wir netterweise durch die DLR Bodenstation in Weilheim unterstützt, die uns mit der tatsächlichen Postiton und Sendefrequenz der Satelliten versorgte.

Am Testtag wurde dann nach dem Sendesignal der Satelliten in der Nähe der vermuteten Postiton gesucht und die Antenne schließlich auf die jeweiligen Maximallevel der Empfangssignale ausgerichtet. Insgesamt konnte die Ausrichtungsgenauigkeit der Antennenanlage auf ca. 0.3° (bei 3.5° 3dB-Öffnungswinkel) erhöht werden.