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26. Juli 2017;

Nach dem erfolgreichen Start des Flying Laptop an Bord einer russischen Sojus Rakete am 14. Juli ist jetzt die erste Missionsphase im Orbit, die sogenannte Launch and Early Operations Phase (LEOP), erfolgreich beendet worden. Da der Satellit nach dem Start zum ersten Mal der Weltraumumgebung ausgesetzt ist, ist diese Phase besonders kritisch und der Satellit wird dabei in der Regel unter Einsatz mehrerer Bodenstationen intensiv beobachtet. Zu diesem Zweck wurden vom German Space Operations Center (DLR-GSOC) die Bodenstation Weilheim (WHM) und vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DLR-DFD) die polaren Bodenstationen Inuvik (INU), welches sich in den Nordwest-Territorien von Kanada befindet, sowie die German Antarctic Receiving Station GARS O'Higgins (OHG) verwendet, mit denen der Flying Laptop während der ersten vier Tage im Orbit insgesamt 60 Kontakte hatte. Des weiteren leistete das GSOC wertvolle Unterstützung bei der präzisen Bestimmung des Orbits des Satelliten, damit die Stationen ihn immer am Himmel finden können. Der Dank des Flying Laptop Teams gilt allen Beteiligten des DLR für diese großartige Unterstützung während dieser kritischen Phase! Mit Hilfe dieser professionellen Bodenstationen gab es zu keinem Zeitpunkt Probleme mit der Kommunikation zwischen Boden und Satellit, so dass das Team einen Bereich weniger hatten, um den es sich Sorgen machen musste.

LEOP2

Nach dem Start der Rakete um 8:36h hieß es für das Team, das den Satelliten kontrolliert, zuerst einmal warten. Gut drei Stunden nach dem Start der Rakete und 45 Minuten nachdem der Satellit von der Rakete separiert wurde, hatte das Team dann um 11:46h mitteleuropäischer Zeit zum ersten Mal Kontakt zum Satelliten im All. Die ersten Daten, die empfangen wurden, ließen auf einen sehr guten Status des Satelliten schließen: die Batterie war vollgeladen, er hatte die durch die Separation auftretenden Drehraten wie erwartet zügig abgebaut, seine Temperatur lag zwischen 15°C und 20°C und der on-board Rechner hatte bisher genau einmal gebootet. Im ersten Überflug wurde dann noch die on-board Zeit gesetzt und ein paar weitere Daten abgefragt, was alles nominell funktionierte. In den weiteren Überflügen wurde das System dann weiter beobachtet, ohne dass irgendwelche Probleme aufgefallen wären. Außerdem wurden die ersten Geräte, die nicht schon direkt beim ersten Start des Satelliten mit angeschaltet werden, in Betrieb genommen und getestet, so zum Beispiel der GPS Empfänger des Satelliten und seine Heizer. Als das Team sich sicher ware, dass die Lageregelung nominell funktioniert, konnten dann am zweiten Tag die Solarpaneele erfolgreich entfaltet werden. In den folgenden Tagen wurden dann weitere Geräte in Betrieb genommen und schließlich die höheren Lageregelungsmodi, in denen der Satellit die Kameras zur Erde oder zu einem Ziel am Sternenhimmel ausrichtet, wurden getestet. Das Ganze lief praktisch ohne nennenswerte Probleme, alle Modi und Geräte funktionieren wie erwartet. Probleme machen einzig die der Weltraumumgebung direkt ausgesetzten Temperatursensoren der Solarpaneele, die allerdings rein informativ sind und nicht zur Temperaturregelung verwendet werden. Darüber hinaus gibt es ein kleineres Softwareproblem, das den Betrieb in einigen Fällen etwas einschränkt, aber nicht kritisch ist.

Nach vier Tagen intensiven Betriebs rund um die Uhr endete die LEOP dann am 18. Juli mit der ersten Inbetriebnahme der Nutzlast des Satelliten. Alles in allem ist das Teamsehr zufrieden mit dem Satelliten und des recht reibungslosen Ablaufs des Betriebs während der LEOP.