Satellitenbetriebssystem

Um den eigenen Satelliten im Orbit steuern zu können, ist oben beschriebene Funkhardware leider nicht ausreichend. Am Boden wird zusätzlich ein Betriebssystem benötigt, das die Kommandos an den Satelliten enthält, überprüft und kodiert, sowie die Telemetrie des Satelliten dekodiert und interpretiert. Dabei geht das IRS einen neuen Weg verglichen zu anderen Universitäten. Zur Kontrolle der Satelliten wird das von der ESA entwickelte Satellitenbetriebssystem SCOS-2000 eingesetzt. In Kombination mit dem CCSDS-Funkprotokoll und dem ESA Packet Utilisation Standard (PUS) folgen die IRS Missionen den in der europäischen Satellitenindustrie üblichen Standards. Die hier ausgebildeten Studenten bekommen so einen einzigartigen Einblick in die später in ihrem Berufsleben auftretenden Programme, Strukturen aber auch Probleme. Ein nicht zu unterschätzender Wettberwerbsvorteil gegenüber anderen Hochschulen.

Zur Automatisierung der Satellitensteuerung wird das von Rhea System entwickelte MOIS eingesetzt. Diese Software ermöglicht es, vorgefertigte Prozeduren zur Steuerung von SCOS-2000 automatisch ablaufen zu lassen.

Um frühzeitig den Betrieb der Satelliten zu üben und um die Hard- und Software in der Bodenstation funktional zu testen, wird der in der Systemsimulation verwendete, von EADS-Astrium entwickelte Simulator auch in der Bodenstation verwendet. Damit können die Prozeduren des Betriebs schon vor dem Start des Satelliten verifiziert und mithilfe eines Relaissatelliten auch die Funkstrecke getestet werden.

Als weiteres Tool zur Verbesserung des Satellitenbetriebs wurde am Institut eine 3D-Visualisierung des Satelliten im Orbit entwickelt. Diese basiert auf der Open-Sorce Software Celestia, in das ein 3D-Modell des Satelliten geladen wurde. Im Betrieb können live aktuell empfangene Telemetriedaten z.B. über die Lage geladen werden. Damit erhält man sofort einen Eindruck über die aktuelle Lage des Satelliten. Als weiters Feature ist geplant, das aktuelle Sichtfeld der Kameras einblenden zu können. Auch die nachträgliche Verarbeitung der Telemetriedaten ist möglich.