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Lunar Mission BW 1
Die Mond Mission Lunar Mission BW1 wird die letzte und zugleich ehrgeizigste Mission des Stuttgarter Kleinsatellitenprogramms. Der Kleinsatellit von ungefähr 250 kg Startmasse soll den Mond in einer niedrigen, hochinklinierten Umlaufbahn in etwa 100 km Höhe umkreisen. Die würfelförmige Raumsonde von ca. 1 m³ Größe soll als Huckepack-Nutzlast in einen elliptischen Geotransfer Orbit (GTO) gestartet werden. Mittels elektrischer Antriebssysteme spiralisiert sich die Lunar Mission BW1 Umlauf für Umlauf zum Mond, um dort für mindestens sechs Monate Beiträge zur Erforschung unseres Erdtrabanten zu liefern. Innovative Technologien und moderne Experimente sollen dabei jenseits des Erdorbits erprobt und genutzt werden, um das Potenzial von Kleinsatelliten für die zukünftige Erkundung des Mondes zu demonstrieren.

Lunar Mission BW1

Während ihrer etwa zwei Jahre dauernden Reise zum Mond wird die Lunar Mission BW1 mittels modernster Solarzellen elektrische Energie aus Sonnenlicht für die Bordsysteme und die Triebwerke gewinnen. Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen während der einzelnen Missionsphasen werden zwei verschiedene elektrische Antriebssysteme eingesetzt: das thermische Lichtbogentriebwerk TALOS (Thermal Arcjet für Lunar Orbiting Satellite) und mehrere gepulste Plasmatriebwerke vom Typ SIMP-LEX (Stuttgart Instationary Magneto-Plasma-dynamical thrusters für Lunar EXploration). Beide werden am Institut für Raumfahrtsysteme entwickelt, getestet und gebaut.

Das mit Ammoniak betriebene TALOS wird vor allem nach dem Start zum schnellen Anheben des Orbits um die Erde über den Van-Allen-Strahlungsgürtel, beim Einschwenken in die Mondumlaufbahn und für den kontrollierten Einschlag auf der Mondoberfläche am Ende der Mission ausreichend Schub liefern. Die SIMP-LEX-Triebwerke treiben den Satelliten während der langen Flugphase von der Erde zum Mond an. Dieses innovative Niedrigschubantriebssystem nutzt dafür PTFE (Polytetrafluorethylen, besser bekannt als TeflonTM) als Festtreibstoff.

Lunar Mission BW1 Transferbahn

Während des Fluges zum Mond stehen die Erprobung neuer Technologien, wie z.B. der elektrischen Antriebssysteme und der Betrieb eines universitären Kleinsatelliten jenseits des Erdorbits im Vordergrund. Dennoch sollen bereits in der Flugphase die an Bord befindlichen Experimente getestet und für erste Untersuchungen genutzt werden. Nach dem Einschwenken in die Mondumlaufbahn  und Erreichen des endgültigen Zielorbits beginnt dann die eigentliche Forschungsphase von mindestens sechs Monaten Dauer.

Mit neuesten Experimenten soll die Oberfläche und die Umgebung unseres Erdnachbarn erforscht werden: Fernerkundungsinstrumente untersuchen die Beschaffenheit der Oberfläche und ihre Eigenschaften, in-situ-Messungen erbringen Erkenntnisse über die Umgebung des Mondes. Derzeit wird eine mögliche Nutzlast für die Lunar Mission BW1 mit Unterstützung von Partnern anderer Forschungseinrichtungen im Detail untersucht. Sie enthält u. a. die folgenden Experimente:

  • Mehrkanal-Kamerasystem im Visuellen/Nahen Infrarot für hochauflösende Aufnahmen der Oberfläche
  • Thermische Infrarot-Kamera für hochauflösende Wärmebilder
  • Visuelle Panorama-Kamera mit Weitwinkeloptik
  • Miniaturisierter Staub- und Debris-Detektor zur Untersuchung und Messung kleinster Teilchen
  • Meteoroidenimpakt-Sensor zur Detektion von Einschlägen auf der Oberfläche
  • GPS-Navigations-Experiment
  • Ka-Band-Radioexperiment