Energieversorgung

Die elektrische Energieversorgung des Flying Laptop wird über drei Solarpaneele sichergestellt, die von Airbus Defence and Space gefertigt wurden. Ein Solarpaneel ist body-mounted, zwei Solarpaneele wurden nach dem Start im Orbit entfaltet. Der Flying Laptop besitzt eine unregulierte Busspannung von 19V bis 26V. Die erforderliche Spannung für die Geräte wird dann über einen DC/DC-Wandler direkt an der Komponente erzeugt.

Die Energiekontroll- und –verteilungseinheit, die sogenannte Power Control and Distribution Unit (PCDU) wurde von Vectronic Aerospace hergestellt. Sie detektiert die Separation von der Startrakete, reguliert die Energieverteilung zu den Komponenten und überwacht das Laden der Batterie. Über diese Standardaufgaben hinaus erfüllt sie aber auch noch weitere Funktionen. Sie erfasst Daten, Ströme und Spannungen der meisten Satellitensensoren und leitet diese an den Bordcomputer zur Auswertung weiter. Neben dem Bordcomputer ist die PCDU die zweitwichtigste Kontrolleinheit des Satellitensystems, die in Notfällen auch die redundanten Komponentenzweige aktivieren kann. Vor allem kann in einem Fehlerfall des Bordrechnersystems auf die verfügbaren Redundanzen umgeschaltet werden. Die PCDU besitzt eigens dazu Schnittstellen um die sogenannten ‚High Priority Commands‘ (HPCs) zu empfangen. Die HPCs werden ohne Umweg über den Bordrechner dekodiert und an die PCDU gesandt, sodass diese auch bei Ausfall der meisten Systeme essentielle Telekommandos empfangen und ausführen kann.

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Als sekundäre Energiequelle befindet sich an Bord des Flying Laptop eine Batterie (siehe Bild), die aus drei voneinander unabhängigen Batteriestrings aus Lithiumeisenphosphatzellen besteht. Die Batteriezellen wurden von A123 Systems hergestellt (Typ: ANR26650M1-B). Jeder dieser Strings ist direkt mit einem der Solarpaneele verbunden. Da das mittlere Paneel weniger Energie liefert als die ausklappbaren Paneele, besteht der Batteriestring für dieses Paneel aus 28 Zellen und die Strings für die ausklappbaren Paneele aus jeweils 35 Zellen. Insgesamt wird eine Spannung zwischen 19V und 26V bei einer Gesamtkapazität aller drei Strings von gut 700Wh erreicht. Eine zusätzliche Elektronik sorgt für einen Ausgleich der Zellspannungen und meldet an die PCDU, wenn eine Zelle die maximale Spannung erreicht hat, so dass das Laden rechtzeitig abgebrochen werden kann. Die Batterie wird benötigt, um den Satelliten in den Schattenphasen mit Energie zu versorgen und um bei Anwendungen mit sehr hoher Leistungsaufnahme kurzzeitig die benötigte Energie bereit zu stellen.