AIS Empfänger

Der im 3. Quartal 2012 hinzugekommene AIS Empfänger samt eigener Antenne ist die neueste Nutzlast auf Flying Laptop. Diese Nutzlast wurde vom Institut für Raumfahrtsysteme des DLR in Bremen entwickelt, gebaut und getestet. Dieses System ist in der Lage AIS Signale von Schiffen zu empfangen. Bevor allerdings weiter auf das System eingegangen wird wollen wir kurz das AIS System als solches erläutern.

Seit dem 1. Januar 2004 ist es die Pflicht sämtlicher Berufsschiffe über 300 BRT in internationalen Gewässern einen AIS Sender zu betreiben. Seit dem 1. Juli 2008 müssen auch sämtliche Schiffe über 500 BRT in nationalen Gewässern ein AIS Sender zu betreiben.

Das Automatic Identification System, kurz AIS, ist ein System um den Marineverkehr zu überwachen. Gerade in Zeiten immer höheren Verkehrsdichten im marinen Raum ist solch ein System unabdingbar. Das AIS soll für die folgenden Punkte genutzt werden:

  • Kollisionsverhütung

  • Information für Küstenstaaten bzgl. Schiffen und deren Ladungen

  • Hilfsmittel für landseitige Überwachung

Das System funktioniert wie folgt:

Schiffe setzten in regelmäßigen Abständen eine Nachricht ab. Diese Nachricht beinhaltet u.a. Position, Kurs und Geschwindigkeit des Schiffs, den Schiffsnamen und das Funkzeichen. Hat ein Schiff einen AIS Empfänger kann es die Signale zur verbesserten Planung und Entscheidungsfindung nutzen.

Diese, von den Schiffen ausgesendeten, Signalen können auch vom Weltall aus empfangen werden. In einer last-minute Kooperation, zwischen dem DLR und dem Institut für Raumfahrtsysteme der Uni Stuttgart, gelang es ein AIS Empfangsgerät incl. Antenne im Satelliten unter zu bringen. Nach dem Motto "Form follows function" ist somit auch die etwas außergewöhnliche Form des AIS Empfänger Gehäuses entstanden.

AIS STM

Andere Satelliten nehmen derzeit schon reichlich AIS Daten auf und verfolgen die Routen der Schiffe.Das Novum auf Flying Laptop wird die seltene Kombination zwischen AIS Empfänger und Kamerasystem auf einem Satelliten sein. Somit wird eine Möglichkeit geschaffen zu überprüfen wie stark das System eingesetzt wird und wie gut die ausgesendeten Signale mit der realen Position der Schiffe übereinstimmt.